ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom)
In seinem Buch „Der Struwwelpeter“ hat der Frankfurter Kinderarzt Heinrich Hoffmann schon 1848 die Eigenheiten von ADS-Kindern mit dem „Zappelphillipp“ und dem „Hans-Guck-in-die- Luft“ beschrieben.
In der Literatur werden 2 ADS Erscheinungstypen vorgestellt:
- Typ 1 : ADS mit Hyperaktivität (ADS + H) , der „Zappelphillipp“
- Typ 2 : ADS ohne Hyperaktivität (ADS –H) , Die „Träumerin“
Hauptsymptome der ADS sind:
- Störung der Aufmerksamkeit und Konzentration
- Störung der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung
- Motorische Hyperaktivität (kann auch fehlen)
- Mangelnde Impulskontrolle
- Erhöhte Erregbarkeit und Irritierbarkeit, erhöhte Ablenkbarkeit
- Mangelhafte emotionale Steuerung
- Dissoziales Verhalten, Beziehungsschwierigkeiten
Diese Symptome sind bei ADS-Kindern in der Regel weit vor dem 7. Lebensjahr vorhanden und können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Wenn mindestens 5 Symptome länger als 6 Monate unabhängig von persönlichen oder familiären Ereignissen vorhanden sind, sollte Kontakt mit dem zuständigen Kinderarzt oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie aufgenommen werden, denn dann liegt die Vermutung nahe, dass das Kind ADS hat. Die Diagnose erfolgt über ausführliche Fragebögen, die mindestens 2 Personen unabhängig voneinander ausfüllen sollten. (Aufmerksamkeitstests haben sich bei ADS – Kindern zur Diagnostik nicht bewährt, da sie in diesen Situationen oft eine für sie außergewöhnliche Konzentration aufbringen können.)
Bei starker Ausprägung und Andauer dieser Symptome können häufig Sekundärstörungen hinzu kommen:
- Lern- und Leistungsstörungen
- Teilleistungsstörungen
- Verhaltensstörungen
Die ergotherapeutische Behandlung die ADS in unserer Praxis umfasst eine eingehende Aufklärung und Beratung der Familie, Erzieher und Lehrer. In Zusammenarbeit mit den Eltern werden Verhaltensregeln erarbeitet und in den häuslichen Alltag übertragen, die das Zusammenleben mit „Zappelphillipp“ und „Träumerin“ erleichtern und Stresssituationen, wie z.B. Hausaufgaben, abbauen sollen.
Spezielle ADS-Programme nach:
- Döpfner
- Laut/Schlottken
- Ettrich
- Selbstentwickelte Konzepte
- Einsatz von Verstärkermechanismen (Lob und Konsequenz)
- Notwendige Begrenzungen (Regeln und Rituale)
- Automatisierung
- Verhaltenstraining nach Jansen/Streit über Videoanalyse, Besprechung und Training
- Körperintegrationstherapie (KIT nach Jansen)
Zusätzlich bieten wir in unserer Praxis folgende Behandlungskonzepte an, die sich mit langfristiger Wirkung bei ADS bewährt haben:
- sensorische Integrationstherapie nach J.Ayres
- Summationstechnik nach P. Wilbarga
- Konzentrations- und Selbstinstruktionstrainings (z.B. nach Williams u.a.)
- Verschiedene Somationstechniken
- Entspannungstraining
Die Behandlung erfolgt unabhängig davon, ob das Kind mit Medikamenten eingestellt ist oder nicht. Selbstverständlich arbeiten wir eng zusammen mit Kinderärzten und der Kinder- und Jugendpsychiatrie hinsichtlich des Therapieverlaufs und ggf. der Medikation.
